Oder: Was was machen wir hier eigentlich?

Der Entwicklung von Innovationen wird gegenwärtig eine wichtige Rolle in Unternehmen zugeschrieben. Einige Experten gehen sogar davon aus, dass die Innovationstätigkeit die einzig verbliebene Option für Unternehmen ist, um im Wettbewerb bestehen zu können. Königsdisziplin stellt in diesem Zusammenhang die Entwicklung von digitalen Geschäftsmodellinnovationen dar. Denn die immer schneller fortschreitende Digitalisierung hat dafür gesorgt, dass Geschäftsmodellinnovationen immer wichtiger für die Wertschöpfung von Unternehmen werden und immer mehr strategische Bedeutung gewinnen. Die Relevanz liegt dabei vor allem in dem Disruptionspotenzial, das solch neue Geschäftsmodelle besitzen, mit der Folge, dass sie ganze Industrien verändern können.

Bekannte Beispiele für Geschäftsmodellinnovationen, die in jüngster Vergangenheit Industrien verändert haben, sind Uber und Lyft, die die Taxibranche maßbeglich beeinflusst haben, sowie Amazon und Alibaba mit großem Effekt auf die Einzelhandelsbranche. Genau diese Beispiele steigern den Druck für jedes Unternehmen permanent mit innovativen Methoden neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Kurz gesagt: Die Entwicklung von Innovationen ist erfolgskritisch für Unternehmen geworden!

Klar ist hier, dass sich manche Unternehmen schwerer tun als andere, Geschäftsmodellinnovationen zu betreiben und auch umzusetzen. Woran liegt das? Besonders Unternehmen mit Fokus auf ein B2B-Kundensegment müssen in der Regel mit einer Reihe an Herausforderungen umgehen, denen sich Unternehmen aus dem B2C-Bereich nicht oder auf eine andere Art stellen müssen.

Zentral für die Entwicklung eines erfolgversprechenden Geschäftsmodells ist es frühestmöglich, die dem Modell zugrundeliegenden Annahmen (Hypothesen) oder die Idee selbst mit potentiellen Kunden zu validieren. B2C-Unternehmen haben die Möglichkeit auf bestehende Pools mit potenziellen Kunden auf eigenen Plattformen oder auf unternehmensunabhängige Open-Innovation-und Co-Creation-Plattformen zurückzugreifen. Aus diesem Grund ist es für B2C-Unternehmen in der Regel relativ einfach an Kundenfeedback zu gelangen.

Gänzlich anders sieht die Welt hingehen bei B2B-Unternehmen aus, für die die Suche nach validem Kundenfeedback kein einfaches Unterfangen darstellt. Dieser Umstand lässt sich vor allem mit dem speziellen Profil von B2B-Kunden erklären: Bei B2B-Kunden handelt es sich vor allem um Themenentscheider, die oftmals nur mit großem Aufwand zu einem Feedback zu bewegen sind. Hieraus lässt sich folgern, dass das Einholen von Feedback von potenziellen Kunden bei der Geschäftsmodellentwicklung für B2B-Unternehmen eine wesentlich größere Herausforderung darstellt, als für B2C-Unternehmen. Eine weitere zentrale Herausforderung, die B2B-Unternehmen bei der Entwicklung von Geschäftsmodellinnovationen in der Regel vor deutlich größere Probleme stellt als B2C-Unternehmen, ist das Sourcing geeigneter Partner bzw. geeigneter Technologien für ein neues Geschäftsmodell.

Der Aufbau einer ganz auf B2B-Geschäftsmodelle fokussierten Innovation-Plattform ist also ein logischer Schritt, um dieser Herausforderung zu begegnen.

Warum lohnt sich hier ein offener Ansatz? Der Begriff Open Innovation bezeichnet die Öffnung des Innovationsprozesses von Unternehmen und damit die aktive strategische Nutzung der Außenwelt zur Vergrößerung des unternehmerischen Innovationspotenzials. Die Vorteile liegen auf der Hand: ein größeres Lösungsspektrum, höhere Qualität der erarbeiteten Ideen sowie der Aufbau eines Netzwerkes, auf das die gesamte Community zurückgreifen kann.

So können auf Open-Innovationen-Plattformen Unternehmen unterschiedlichster Größe und Branchenzugehörigkeit mit externen Akteuren, wie z.B. mit Kunden, Zulieferern oder Forschungs- und Bildungseinrichtungen gemeinsam Ideen entwickeln und ihr Wissen und ihre Technologien miteinander teilen. Das hat zur Folge, dass auf Open-Innovationen-Plattformen nicht nur Ideen in der Frühphase an der entsprechenden Zielgruppe verprobt werden können, sondern auch die entsprechenden Partner für die Umsetzung gefunden werden können. Sogar Partnerschaften können auf Open-Innovationen-Plattformen verprobt werden.

Tatsächlich gibt es bereits zahlreiche erfolgreiche Umsetzungen digitaler Open-Innovation-Plattformen. Im Jahre 2019 waren es über 100, die Anzahl ist stetig steigend. Jedoch konzentriert sich der überwiegende Teil der existierenden Open-Innovation-Plattform – insbesondere die Größeren –  auf B2C. Innerhalb der Finanzbranche gibt es bisher sogar noch keine einzige erfolgreiche B2B-Open-Innovation-Plattform. Bei Open-Innovation-Plattformen innerhalb der Finanzbranche, wie dem Postbank-Ideenlabor oder der Plattform Move des Sparkassen Innovation Hub, handelt es sich ausschließlich um B2C-Plattformen. Darüber hinaus ist es erwähnenswert, dass es kaum Open-Innovation-Plattformen gibt, die eine dezidierte Unterstützung für die Innovationsaktivitäten aller auf der jeweiligen Plattform beteiligten Akteure anbieten und somit einen echten gegenseitigen Austauschprozess und gegenseitige Wertschöpfung ermöglichen. Die meisten existierenden Plattformen sind auf ein einziges Unternehmen ausgerichtet und dienen der Innovationsentwicklung für genau dieses Unternehmen.

Daher haben wir uns mit B2Innovate für eine Ausrichtung ausschließlich auf B2B-Unternehmen und Dritte konzentriert und die Möglichkeit in den Mittelpunkt gestellt, dass alle auf der Plattform beteiligten Akteuren diese auch für ihre Innovationsaktivitäten nutzen können!

Das ist es also, was wir hier machen: Mit Hilfe von B2Innovate, einer Open-Innovation-Plattform für die Finanzbranche, können wir digitale Geschäftsmodelle gemeinsam mit Partnern und Kunden entwickeln. Auf B2Innovate sind zudem auch Dritte eingeladen, Ihre Ideen zu verproben, um eigene Ideen und Partnerschaften umsetzen zu können.

Veröffentlicht von Jewgenij Singer

Autor des Blog-Beitrags ist Jewgenij Singer. Er ist Digitalisierungsmanager in der Digital Innovation Unit (in der Innovationseinheit) bei der Deutsche Leasing AG.

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