Bester Beitrag zur Innovationskampagne „Chancen durch Corona“ in Bezug auf die Baubranche

In unserer B2Innovate-Kampagne Chancen durch Corona? Neue Herausforderungen in der Baubranche als Chance begreifen hatten wir unter anderem nach Tools gefragt, die aktuell in der Corona-Pandemie die Baubranche digital unterstützen können.

Wir freuen uns besonders über den spannenden Beitrag von Christoph Baier von Ambivation zu einem neuen Tool des Startups Visoplan, das den Einsatz von BIM (Building Information Modeling) in Bauunternehmen deutlich erleichtern soll. Wir möchten den bzw. die Ideengeber und ihren Ansatz hier im unserem Blog vorstellen!

Was macht Ambivation?

Christoph Baier: „Die wenigsten Organisationen haben das passende Team für neue Produkte, Verfahren oder Dienstleistungen. Damit unsere Kunden mit den richtigen Partnern in die Zukunft gehen, bringen wir sie mit jungen Teams zusammen, die oft in Startups zu finden sind. Unsere Aufgabe sehen wir darin als Brückenbauer bzw. Matchmaker zwischen Unternehmen und Startups zu fungieren und diese für die gemeinsame Innovationsentwicklung (Open Innovation) zusammenzubringen.“

Was macht das Con-Tech Visoplan?

Boris Goldshteyn: „Visoplan hat eine BIM-Management-Plattform entwickelt, die bei Bauplanungsprozessen die Kollaboration unter den Projektbeteiligten verbessert. Projektbeteiligte können in Echtzeit Meetings an einem 3D-Modell abhalten und Einzelheiten direkt an den jeweiligen Baukomponenten besprechen. Darüber hinaus stellt die Visoplan-Plattform eine Datenhistorie zur Verfügung, mit der sämtliche Änderungen und Probleme am 3D-Modell im Zeitverlauf betrachtet werden können. Auf diese Weise lassen sich alle Daten nachverfolgen, dokumentieren sowie archivieren. Visoplan verfolgt das Ziel die Insights und Prozesse von Bauunternehmen soweit einzubinden, dass die von Visoplan entwickelte BIM-Management-Plattform sowohl zukunftsorientiert ist als auch neue Prozesse und Workflows definiert. Die Plattform sollte also neue Möglichkeiten bieten, aber dennoch alteingesessene Mitarbeiter abholen, um alte und neue Prozesse zu matchen.“

Eine Zusammenarbeit von Visoplan, in der die Plattform bereits Anwendung findet, läuft mit Filinvest, einem großen Bauunternehmen auf den Philippinen. Mehr dazu erfahren Sie in dem Gespräch mit Christoph Baier von Ambivation mit Boris Goldshteyn von Visoplan.

Hier nochmal das Interview zum Nachlesen

Gerne nehmen wir diesen tollen Impuls aus unserer B2Innovate-Community auf! Das Thema BIM beschäftigt die Baubranche. Einige Unternehmen nutzen BIM schon für die Planung und die Angebotserstellung. Andere wollen gerne anfangen BIM für sich zu nutzen, wissen aber nicht wie. Theoretisch gibt es die Möglichkeit, die gesamte Lebensdauer eines Gebäudes in BIM abzubilden – von der Planung, über die Umsetzung, bis hin zum Facility-Management und sogar zum Abriss und der Entsorgung der Abrissbaustoffe. Wir haben mit Mitarbeitern verschiedener Bauunternehmen gesprochen und werden uns auf B2Innovate demnächst verstärkt mit dem Thema BIM beschäftigen.

Kreislaufwirtschaft: Der Weg zum Zero-Emissionsziel 2050? Studie zur Maschinenvermietung

Im Dezember 2015 wurde bereits die erste rechtsverbindliche sowie globale Klimaschutzvereinbarung auf der Pariser Klimakonferenz COP21 geschlossen. Das hehre Ziel: Die massive Reduktion der CO2-Emissionen bis hin zur EU-weiten Neutralität („Zero Emissions)“ bis 2050. Letztere Vision der Klima-Kommission erwächst aus dem Pariser Abkommen und manifestiert sich im European Green Deal Agreement vom November 2018. Im März 2020 dann legte die EU ihre Langfriststrategie vor. Das milliardenschwere Unterfangen erfordert entsprechende Bereitschaft privater und institutioneller Investoren sowie ganzer Industrien, um dieses durchaus chancenreiche Ziel in die Tat umzusetzen. Wir alle – und vor allem alle nach uns – haben ja was davon…

Was aber konkret tun? Ein spannender Ansatz ist die Kreislaufwirtschaft als eine Strategie den Kohlenstoff-Fußabdruck der Wirtschaft im Allgemeinen oder für Unternehmen im Besonderen zu verringern. Was bedeutet jetzt Kreislaufwirtschaft genau für Unternehmen? 7 Prinzipien unterstützen nachhaltig handelnde Unternehmen bei einer neuen Denkweise bzgl. Ihrer Produkte, Prozesse & Strategien (EN=“7R“):

  1. Neu denken „Rethink“
  2. Reduzieren „Reduce“
  3. Wiederverwenden „Reuse“
  4. Reparieren „Repair“
  5. Renovieren „Refurbish“
  6. Wiederherstellen „Recover“
  7. Wiederverwerten „Recycle“

Die Branche der europäischen Maschinenvermieter, vertreten durch die ERA – European Rental Association, hat hier bereits eine Menge Hirnschmalz (und mehr als das) investiert und diesbezüglich 2020 ein umfangreiches Forschungsprojekt u.a. über die in Delft ansässige Climate Neutral Group angestoßen, um Mittel und Wege zu finden o.g. Prinzipien für Maschinenvermieter anzuwenden und damit dem hehren Ziel konkret näher zu kommen. Vermieter haben ohnehin bereits auf Zirkulation aufbauende Geschäftsmodelle. Optimierungen wie Maschinenvermieter so zu nachhaltigen Emissionseinsparungen beitragen können, galt es im Zuge des Forschungsprojektes zu identifizieren und auszuarbeiten.

Am Anfang steht die Frage, ob das Mieten von Maschinen ein geeigneter Weg ist, den Carbon Footprint dieser im Zuge ihrer Lebenszyklen Produktion, Nutzung und „Ableben“ zu reduzieren. Insbesondere die Nutzungsphase sowie das „Ableben“ (End-Of-Life-Phase) stehen im Fokus – und damit die These, dass effiziente Nutzung den gesamten CO2-Fußabdruck der Ausrüstungsgegenstände senkt und dass das Geschäftsmodell des Verleihs eine effiziente Nutzung fördert.

Die Parameter, die den größten Einfluss auf den Kohlenstoff-Fußabdruck der Ausrüstung haben, sind:

1. Nutzungsintensität – Eine Maximierung der Nutzungsrate könnte die Menge der benötigten Ausrüstung reduzieren
2. Verwendung der richtigen Ausrüstung für die Arbeit
3. Transport – Kürzere Entfernungen und hohe Auslastungsfaktoren
4. Wartung – Längere Lebensdauer ermöglichen

Für die Erhebung wurden die zehn populärsten Mietgeräte verschiedener Hersteller identifiziert und ausgewählt, darunter Erdbewegung (Bagger, Minibagger, Radlader), Materialtransport (Telehandler), Arbeitsbühnen und Lifte, Generatoren und Werkzeuge (Bohrer, Brecher). Ziel des Forschungsprojektes war es die CO2-Emissionen in kg (Carbon-Footprint) für das jeweilige Mietgerät zu ermitteln, sowie einen Netto-Kohlenstoffbilanz-Wert. Ersterer ergibt sich aus einer kombinierten Betrachtung der Lebensphasen der Geräte, also der Nutzungsphase und der Ablebensphase. Die Phasen werden wiederum von einzelnen Faktoren bestimmt, z.B. Arbeitsstunden pro Jahr, Transport, Treibstoffverbrauch, sowie Abtransport der zu recycelnden Stoffe nach Zerlegung usw. Der Netto-Kohlenstoffbilanz-Wert geht von einer optimierten Produktionsphase aus, vor allem aber von einer optimierten Ablebensphase, d.h. besserem Recycling*. Für die Bewertung der Faktoren wurden je nach Arbeitsschritten u.a. in Form von Interviews, Fragebögen und externen Datenquellen die Daten der Zulieferer (OEM), Vermieter, sowie Bauunternehmen betrachtet.

CO2-Emissionen in kg im Vergleich zum Netto-Kohlenstoff-Bilanzwert je nach Gerät:

Bild 1 – Quelle: Report „Construction equipment during climate crisis“, Climate Neutral Group et al
Übersetzung: Minibagger, Ketten-/Raupenbagger, Radlader, Teleskoplader, Generator, Mastauslegerlift, Gelenkausleger, Scherenbühne, Brecher, Bohrer

CO2-Einsparungspotential je Gerätegruppe bei optimiertem Recycling:

Bild 2 – Quelle: Report „Construction equipment during climate crisis“, Climate Neutral Group et al.

Weitere signifikanter Ergebnisse der Studie (priorisiert):

  1. Die Verwendung fossiler Brennstoffe hat einen signifikanten Einfluss auf die gesamte Kohlenstoffbilanz eines Produkts (gilt für alle Phasen)
  2. Im Allgemeinen gilt: Je schwerer die Maschine, desto größer ist der Kohlenstoff-Fußabdruck in der Produktion (Ergebnis aus der Analyse der Produktionsphase)
  3. Mit recycelten Materialien in der Produktionsphase kann viel gewonnen werden (Ergebnis aus der Analyse der Produktionsphase)
  4. Das Recycling des Produkts, von Teilen des Produkts oder von Materialien aus den Teilen hat einen positiven Einfluss auf den Kohlenstoff-Fußabdruck (Ergebnis aus der Analyse der Ablebensphase)
  5. Nach Energie, Produktion und Recycling ist der viertgrößte Einflussfaktor der Transport (gilt für alle Phasen)

Fazit und warum die Vermieterindustrie einen echten Unterschied machen kann:

Weil sie wirklich groß und einflussreich ist: Der Markt für Mietgeräte im Bausektor ist im letzten Jahrzehnt stetig angewachsen. In den EU-28- und EFTA-Ländern erwirtschafteten Mietunternehmen (aktuelle Zahl 11.200), die Vermietungsdienstleistungen anbieten, einen Gesamtumsatz von mehr als 25,7 Milliarden Euro, wobei die durchschnittliche Marktdurchdringung speziell im Baugewerbe bei 1,5% lag.

Vermieter sind entsprechende Großabnehmer der Hersteller sowie signifikante Zulieferer der Verwertungs-/Recyclingindustrie. Die Studie zeigt, dass neben der Optimierung der eigentlichen Zirkulation der Geräte in der Nutzungsphase (größter Hebel der Vermieterindustrie), die Produktion sowie das Recycling massive Einflüsse auf die Gesamt-Kohlenstoffbilanz von z.B. Baumaschinen haben.

Einen echten Unterschied machen kann aber womöglich nur ein entsprechender Zusammenschluss der wichtigsten Einflussakteure aller Lebenszyklusphasen. Der vorhandene Einfluss bzw. die Marktmacht Europäischer Vermieter auf andere Akteure kann hier ein wichtiger Schlüssel sein. Die freie Veröffentlichung dieser Studie (Link s.u.) zollt bereits von entsprechender Absicht und Tendenz der Vermieterindustrie hier zunehmend Einfluss auf ein grüneres Morgen zu nehmen!

Weblinks:

Die gesamte Studie, veröffentlicht und distribuiert via LECTURA: https://lectura.press/en/report/construction-equipment-during-climate-crisis/39

Restwertprognosen von Baumaschinen – Eine echte Challenge

Was ist eigentlich mein gebrauchter 12t-Radlader nach 6 Jahren und X Betriebsstunden auf der Uhr wert? Wo ist die „Schwackeliste“ für Baumaschinen zu finden? Was sind wichtige Einflussfaktoren hinsichtlich der Nutzung und sind die Preise auf Online-Marktplätzen eigentlich realistisch?

Im Digitalzeitalter angekommen, sind Daten mittlerweile überall in Hülle und Fülle zu finden. Für Maschinenhändler, Fuhrparkbesitzer oder Finanzierungsgesellschaften sollte es doch ein Leichtes sein, schnell einen Überblick zu erhalten. Kleiner Spoiler: Nein, ist es leider nicht. Es zeigt sich, dass die Methodik bei der 1984 gegründeten Nürnberger Wertauskunftei erheblich komplexer ist bzw. sein muss, als man glauben könnte. Lesen Sie im Folgenden einen Erfahrungsbericht aus erster Hand für B2Innovate. Die Firma LECTURA berichtet aus dem Nähkästchen ihres Kerngeschäfts: Es zeigt sich, dass die Methodik zur Bewertung von mobilen Maschinen erheblich komplexer ist als man meinen könnte.

PKW’s bewerten ist relativ simpel in 2020. Seit Jahrzehnten wird hier ein standardisiertes Register gepflegt mit dessen Hilfe Fahrzeuge anhand ihrer „Seriennummern“ eindeutig identifiziert werden können. Unternehmen wie DAT (Schwackeliste) oder der TÜV sind mit einer umfassenden Datenlandschaft auf Basis langjähriger Präzedenz gut ausgestattet und gerüstet Bewertungen auf einer standardisierten Basis vornehmen zu können. Bei Baumaschinen sieht die Welt anders aus. Angebotslandschaften sind oft diffus, ein Zentralregister mit allen aufgeführten Modellen gibt es nicht – geschweige denn eine markteinheitliche Seriennummernstruktur für Maschinen. Hersteller arbeiten proprietär mit komplexen, globalen Distributionsstrukturen und wissen häufig selbst nicht, für welchen Betrag eine Maschine tatsächlich auf die Märkte dieser Welt gelangt. Online-Gebrauchtmarktplätze haben viele Facetten: die Funktionsfähigkeit ist nicht immer ersichtlich, die Preise in der Regel deutlich zu hoch veranschlagt und im Allgemeinen herrscht so etwas wie „Basaratmosphäre“ vor. Letzteres bedeutet u.a., dass reelle Transaktionspreise (sprich, für welche Summe das Objekt tatsächlich gehandelt wird) intransparent und die Angebotsinformationen, da Sie von den Verkäufern selbst eingestellt und gepflegt werden, nicht sonderlich neutral sind.

LECTURA nimmt sich dieses Themas seit 1984 an und unterstreicht vordergründig, dass Angebotsdaten aufwendig gesäubert und plausibilisiert werden müssen, bevor diese in ein übergeordnetes Gesamtmodell einfließen können. Verschiedene weitere Datenquellen wie echte Transkationsdaten von Finanzierern und Versicherern, Ergebnisse von „Mysteryshopping“-Aktionen, der Einbezug historischer Preisdaten(entwicklungen), etc. bilden einen Berechnungskern, welcher zum Ziel hat verschiedene Preisebenen nach Risikoklassen zu unterteilen. So wird a priori zwischen Marktwerten und Auktionswerten differenziert – das ist soweit selbsterklärend. Anhand einer Risikoskala, die bspw. Banken und Finanzierer nutzen, kann neben dem Preis/Restwert auch die Einordnung dieses Preises bestimmt werden.

Die untenstehende Grafik skizziert dies ausgehend von der Risikohierarchieklasse:

Quelle: LECTURA, FLF Magazin – „Finanzierung, Leasing, Factoring“, Verlagsgruppe Knapp – Richardi – Verlag für Absatzwirtschaft

Eine präzisere Preisdifferenzierung soll laut LECTURA folgendes zum Ziel haben:

  • Einen möglichst marktauthentischen OLV zu isolieren, der den fairen Marktpreis (Handelspreis, nicht Angebotspreis) auf internationalen Marktplätzen widerspiegelt
  • Einen möglichst marktauthentischen FLV zu schaffen, der eine reelle Datenbasis zur Grundlage hat und einen belastbaren, aber nicht zu risikoaversen Wert darstellt

Diese neue „Zwischenebene“ soll Marktspielern ermöglichen, die Angebotspreise auf Marktplätzen und Auktionen realistisch einschätzen zu können. Finanzieren und anderen risikogetriebenen Spielern hilft dies, bessere Kalkulationen für den Kunden und die eigene Ökonomie aufstellen zu können.

Es zeigt sich also, dass man ohne Werkzeuge nicht „mal eben so“ den reellen Wert einer Maschine bestimmt.

Welche Trends könnten sich zukünftig abzeichnen?

Die Online-Marktplatzsituation könnte etwas „aufklaren“, d.h. vom quantitativen hin zum qualitativen Ansatz. Kleinere, spezialisierte Marktplätze mit realistischeren Angeboten und/oder die zunehmende Digitalisierung (damit Transparentierung) von Online-Händlerangeboten (direkt, nicht via Marktpatz). Ein geschlossener Marktplatz mit vergleichbarem Ansatz ist beispielsweise MachineHero.

Chancen im Bau – durch Corona?

Registrieren Sie sich auf B2Innovate und beteiligen Sie sich an Chancen durch Corona – Neue Herausforderungen in der Baubranche als Chance begreifen! Helfen Sie mit, die Herausforderungen, die sich durch Corona speziell in der Baubranche ergeben haben, zu definieren! Kann der Einsatz bzw. die Entwicklung spezieller digitaler Tools bei der Problemlösung helfen? Die Nutzer mit den interessantesten Beiträgen bzw. Kommentaren loben wir aus und laden sie zu einem Workshop ein!

Für viele hat sich der Arbeitsalltag durch die Corona-Pandemie deutlich verändert. Aber nicht alle Branchen können aus dem Home-Office arbeiten, neben anderen eben auch die Baubranche. Und auch nicht in allen Branchen sind Auftragsrückgänge zu beobachten. Aber trifft das ebenfalls auf die Baubranche zu? Und wenn ja, wie lassen sich die Aufträge unter den neuen Auflagen und Einschränkungen umsetzen? Wir wollen von Ihnen wissen, welche Herausforderungen sich durch Corona – speziell in der Baubranche – neu ergeben haben. Oder aber welche bestehenden Herausforderungen sich verstärkt haben?

Über viele Unternehmen heißt es bereits scherzhaft, COVID-19 sei DER große Digitalisierungs-Treiber, noch vor der Geschäftsführung und der Digitalabteilung. Ist das übertragbar auf alle Branchen? Was denken Sie?

Quelle: Instagram @MBA_ish 16.8.2020 https://www.instagram.com/p/CD9O3-7ghCeal3Vq8NJKGlqnvGDF149js0fUXU0/

Digitalisierung im Bau

Globale B2B-Online-Nutzerprofile & Surfverhalten in der (Schwer-)Maschinenindustrie

Wie “ticken” Online User, die sich mit Baumaschinen, Landmaschinen, Flurförderzeugen, Kranen, Arbeitsbühnen & Co. beschäftigen?

Wie viele andere Branchen steht auch die Baubranche seit geraumer Zeit unter „Digitalisierungsdruck“, der sich im Zuge der Einschränkungen durch COVID-19 und der daraus resultierenden Krise deutlich verstärkt. Neben der Umstellung vieler analoger Prozesse auf digital, rückt die Gewinnung digitaler Nutzerdaten in der Baubranche stärker in den Fokus. Doch wie kommt man an diese Daten ohne Tools und Umfragen zu starten? Wie kann man sich ein Verständnis für das digitale Nutzerverhalten aneignen, um beispielsweise die eigenen Online-Angebote an den Nutzer und seine Bedürfnisse anzupassen? Zumal insbesondere im Bereich mobiler Maschinen die zugängliche Datenlage zu digitalem Kundenverhalten – besonders im B2B-Bereich – insgesamt noch recht knapp ausfällt. 

Neben vielen anderen Leistungen rund um das Thema Bau und Baumaschinen bietet z.B. LECTURA mit Hilfe einer Datenbank für Maschinen und Geräte aus erster Hand Einblicke in das digitale Nutzerverhalten von Personen, die sich online mit mobilen Maschinen beschäftigen. Hierbei handelt es sich vorwiegend um anonymisierte Verhaltensdaten, aber auch verschiedene Online-Umfragen. Mit Hilfe (anonymer) Verhaltensdaten von rund 600.000 monatlichen Besuchern liefert LECTURA entsprechende Ergebnisse aus der Nutzeranalytik. Die Daten basieren zudem auf regelmäßig geschalteten Online-Umfragen mit mind. 3.000 Antworten als kritische, repräsentative Masse. LECTURA’s Nutzerschaft gelangt zu ca. 75 Prozent “organisch”, d.h. via Suchmaschinenoptimierung (nicht “Paid Advertising”) auf die Webseitenlandschaft und zielt auf ein breites kontextuelles Themenspektrum in Verbindung mit genauen Maschinenvarianten (sogenannte Long Tail Keywords, s. Fazit) ab. Beispielsuchbegriff bei Google: “Liebherr R920 Compact technische Daten”. Generell kann man aus diesen Daten herauslesen, dass die wichtigsten Maschinenkontexte neben technischen Details Herstellerdatenblätter, Handel (Einkauf-/Verkauf), Ersatzteile, Transport, Wartung, Finanzierung und Versicherungen sind.

Wer sucht online nach Maschinen – und zu welchem Zweck?

Der “typische digitale Maschineninteressent” ist der Einfachheit halber zwischen 30 und 60 Jahre alt und vorwiegend männlich. Die Frauenquote beträgt 21,7 Prozent.

Aufschlussreich sind auch die Angaben, die Nutzer hinsichtlich ihrer Funktion, also zu ihrem beruflichen Hintergrund und ihren Beweggründen für die Suche machten. Der Großteil der Suchenden ist bereits Maschinenbesitzer. Das gaben 40 Prozent der Befragten über sich an. 8 Prozent vermerkten, selbst Bauunternehmer zu sein. Weitere 8 Prozent bezeichneten sich als Dienstleister, wobei sie nicht spezifizieren mussten, ob sie technischer Dienstleister oder ökonomischer Dienstleister, z.B. Finanzdienstleister o.ä. sind. 6 Prozent gaben sich als Händler bzw. Trader zu erkennen. Lediglich 3 Prozent der Nutzer waren Maschinenvermieter.

Zusammensetzung der Nutzer nach Angabe ihrer Funktion

Weiter wurde der sogenannte “Exit Intent” gemessen, d.h. was hat der Nutzer nach eingehender Betrachtung tiefgehender Maschinendetails nach dem Besuch vor, welche „Intention“ verfolgt er im Anschluss.

Die Wissensarchivierung, also die Speicherung der gesuchten Daten, um diese später zu nutzen, spielt eine Rolle. Weiter zeigt eine Abfrage der Intention ebenfalls klare kommerzielle Tendenzen. Generalüberholungen, Wartungen, Ersatzteileerwerb sowie Preis- & Maschinenverfügbarkeiten prüfen mit dem Ziel des Kaufs bzw. Verkaufs sind die Themen, die die Nutzer bewegen. Dass analog u.a. vor Ort beim Händler, losgelöst von Online-Recherchen, jedoch auch noch einiges passiert, zeigt, dass der Trend noch nicht vollständig in Richtung Volldigitalisierung geht. 

Aufschlussreich für den Ausbau von Online-Angeboten für die Zielgruppe können auch die Daten sein, wann nach Maschinen gesucht wird. Wann genau am Tag sind Maschinenrecherchen also am populärsten?

Hierbei handelt es sich um die Nutzungs- & Verhaltensdaten einer internationalen Gesamtnutzerschaft, d.h. nahezu aus allen Zeitzonen stammend. Auf der Welt am häufigsten nach Maschinen zu Informationszwecken gesucht wird zusammengefasst jedoch Montag bis Donnerstag zwischen 11 und 12 Uhr (Dienstag und Donnerstag bereits ab 10 Uhr) sowie Dienstagabends zwischen 21 und 22 Uhr.

Welche Schlüsse lassen all diese unterschiedlichen Daten zu?

Wenig überraschend sind die demographischen Details zu typischen Maschineninteressenten wie die Geschlechtsverteilung und das Altersspektrum. Die Zugriffszeiten treffen bis auf einzelne Ausnahmen recht gut die produktiven Bürozeiten (gemessen an der Zeitzone der Leserschaft), wobei eine durchgängige Nachfrage bzw. Aktivität auch am Wochenende nicht zu unterschätzen ist. Im Hinblick auf die Intention der User lässt sich vordergründig ein klares Interesse an konkreten kommerziellen Maßnahmen ablesen; seien es der Kauf/Verkauf von Maschinen, Wartungs- und Instandhaltungsthemen, Ersatzteilrecherchen, Wertgutachten und/oder andere Kundenanforderungen im Hinblick auf (Gebraucht-)Maschinenbewertungen, etc. Zudem kann man postulieren, dass “Long Tail” Suchanfragen (z.B. Suchen auf Basis genauer Modellvarianten im Kontext) von Usern, gerade in gängigen Suchmaschinen wie Bing, Google & Co, tendenziell tiefergehendes Maschinenverständnis voraussetzen. Es ist auch davon auszugehen, dass die oben genannten Absichten auf eine größere Gruppe von Nutzern übertragbar sind. 

Willkommen bei B2Innovate!

Die Digital Innovation Unit der Deutschen Leasing startet eine digitale B2B Open Innovation Plattform.

Warum ein Open Innovation Ansatz?

Der Druck von außen auf kleine und mittlere Unternehmen ist in den letzten Jahren gestiegen. Die technischen Entwicklungen können die ganzen Wertschöpfungskette aber auch die Nachfrage am Markt beeinflussen. Aber auch unvorhergesehene Krisen wie die COVID19-Pandemie haben massiven Einfluss auf althergebrachte Geschäftsmodelle. Gerade in deutschen Mittelstandsunternehmen mit Fokus auf das B2B-Geschäft herrscht dennoch oft Zurückhaltung gegenüber einem offenen Austausch aus Angst vor Ideenklau durch Wettbewerber. Das wollen wir ändern!

Was genau ist Open Innovation?

In der Entwicklung neuer digitaler Geschäftsmodelle folgt die Mehrzahl der Innovationseinheiten einem ähnlichen Ansatz: Die Trends werden analysiert, die Innovationsfelder definiert und die Ideen für mögliche Geschäftsmodelle entwickelt. Entscheidend für den Erfolg ist die frühestmögliche Validierung der Vielzahl von generierten Ideen und Hypothesen mit den potentiellen Nutzern. Das ist die Grundlage für Findung eines meistversprechenden Geschäftsmodells. Viele Innovationsmanager sprechen die Kunden im engen Geschäftsumfeld an, die sogenannten „Friendly Customers“, also die Kunden und Partner, mit denen ein besonderes Vertrauensverhältnis besteht. Will man aber eine ganze Reihe von Geschäftsmodellen regelmäßig testen, kann die Beziehung übermäßig strapaziert werden. Denn für gewöhnlich steht nicht das Innovieren, sondern das Kerngeschäft im Vordergrund eines Unternehmens. Um den Kundenkontakt für beide Bereiche in Balance zu halten, hilft ein Open Innovation-Ansatz. Hier bietet B2Innovate einen digitalen Touchpoint für Kunden und Partner.

Open Innovation schafft Synergien aus Innovationsaktivitäten des eigenen Unternehmens und Aktivitäten anderer Unternehmen sowie deren Partner, Experten, Forschungseinrichtungen und insbesondere Startups. Sie bildet die Plattform für organisationsübergreifende Innovationscommunity.

Wer sind „wir“?

B2Innovate wurde von der Digital Innovation Unit (DIU) der Deutschen Leasing AG ins Leben gerufen, um digitale Geschäftsmodelle kundenzentriert und schnell gemeinsam mit unseren Kunden und Partnern entwickeln zu können und gleichzeitig diesen eine Plattform für eigene Innovationsaktivitäten zu bieten. B2Innovate ist kostenfrei, da wir Open Innovation nur gemeinsam durch eine große Community zum Leben erwecken können. Wir laden Sie herzlich ein, Teil dieses „wir“ zu werden!




Digital Innovation Unit der Deutschen Leasing AG: Sven Siering, Leiter der DIU; Julia Staudinger, Open Innovation Managerin; Miriam Buss, Innovation Managerin; Jewgenij Singer, Innovation Manager; Elena Mostovova, Data Scientist & Managerin Digitalisierung; Grit Harzer, Team Assistentin.

Gemeinsam mit Ihnen entwickeln wir interaktiv digitale Geschäftsmodelle mit Fokus auf B2B von Ideation bis zum Minimum Viable Produkt. Wie funktioniert das? Registrieren Sie sich auf B2Innovate und nehmen Sie teil an unseren Innovationskampagnen. Hier geht es zur aktuellen Kampagne MachineHero. Registrieren Sie sich jetzt auf B2Innovate. Jedoch handelt es sich um eine Community, die Auf Einladungsbasis funktioniert. Sollten Sie also noch nicht frei geschaltet worden sein, schreiben Sie uns eine kurze Nachricht an info@b2innovate.de.